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Leibniz Vorlesung 2001: Prof. Dr. Lorraine Daston

Prof. Dr. Lorraine Daston
Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte, Berlin

"Eine Geschichte der Objektivität"

Montag 21.5.2001, 18-20 Uhr:
"Kann die Objektivität eine Geschichte haben?"

Dienstag 22.5.2001, 18-20 Uhr:
"Objektivität versus Wahrheit "

Mittwoch 22.5.2001, 18-20 Uhr:
"Kunst, Wissenschaft und Objektivität"

 

Wissenschaftliche Objektivität ist nicht monolithisch und auch nicht unveränderlich. Es gab eine Wissenschaft ohne Objektivität, und Objektivität ist nicht immer identisch mit anderen epistemischen Tugenden - wie etwa Wahrheit oder Präzision. So wie der Begriff heute verwendet wird, enthält er mehrere Bedeutungen, metaphysische, methodologische und moralische. Jede dieser Bedeutungen hat ihre eigene Geschichte, dazu gehört auch die Geschichte der Verschmelzung zu dem, was jetzt als ein Begriff von "Objektivität" gilt. Die drei Vorträge stellen einen Teil der verwickelten Geschichte der Objektivität dar: Kann die Objektivität überhaupt eine Geschichte haben? Wie unterscheidet sich Wahrheit von Objektivität, und sind diese Ideale immer miteinander verträglich in der Alltagspraxis der Wissenschaft? Welche Art von Gemeinschaft ist die "scientific community" und was sind die erkenntnistheoretischen Implikationen der Art von Objektivität, die mit dieser Gemeinschaft historisch, philosophisch und soziologisch verbunden ist?

Ort: Leibniz-Haus, Holzmarkt 5, 30159 Hannover
 

Lorraine Daston erforscht die Geschichte von epistemischen Kategorien -- Tatsachen, Objektivität, Beweis -- und wissenschaftlichen Leidenschaften -- Neugierde, Staunen, Aufmerksamkeit.

Sie ist (zusammen mit Katharine Park) Autorin von Wonders and the Order of Nature, 1150-1750 (Zone Books, 1998), das den Pfizer Prize sowie den Bainton Prize erhielt und im Jahre 2001 in deutscher Übersetzung im Eichborn-Verlag erscheinen wird. Der von ihr herausgegebene Band Biographies of Scientific Objects erschien 2000 (University of Chicago Press). Tatsache, Wunder, Beweis, eine Sammlung ihrer Aufsätze zum Thema Geschichte der Tatsachen, Objektivität und Wunder wird im Jahr 2001 im Fischer-Verlag erscheinen. Sie hat zahlreiche Artikel zur Geschichte der Wahrscheinlichkeit, der Statistik und der wissenschaftlichen Objektivität veröffentlicht.

Sie hat an mehreren amerikanischen und deutschen Universitäten gelehrt; seit 1995 ist sie Direktorin am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte in Berlin. Seit 1991 ist sie Fellow der American Academy of Arts and Sciences und seit 1998 Ordentliches Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften.