Unsere Forschungsbereiche im Detail
Freier Wille und menschliches Bewusstsein
Prof. Dr. Dietmar Hübner & Dr. Eve Dietl
Die Möglichkeit menschlicher Willensfreiheit in einer kausalen Welt gehört ebenso wie das Phänomen bewussten Erlebens von physischen Wesen zu den klassischen Problemen an der Schnittstelle von Metaphysik, Wissenschaftsphilosophie, Philosophie des Geistes und Ethik. Zu wenig beachtet worden sind allerdings bislang die engen Bezüge zwischen beiden Problemfeldern. Der Forschungsbereich will diese Verbindungen deutlicher erschließen, indem er wesentliche Fixpunkte aktueller Positionen zu Freiheit und Bewusstsein, wie Empfänglichkeit für Gründe oder nichtreduktive Versionen physikalistischer Theorien, nutzbar macht und ins Verhältnis zueinander setzt.
Philosophie der Lebenswissenschaften
Forschungsthemen sind die Struktur evolutionärer Erklärungen, Anwendung der Evolutionstheorie sowie evolutionären Denkens außerhalb der Biologie, Philosophische Aspekte der biologischen Taxonomie, philosophische Fragen zum Ursprung des Lebens, Umwelt- und Naturethik. In letzter Zeit abgeschlossene Forschungsprojekte: Agency and Agential Explanation in the Evolutionary Sciences (John Templeton Foundation), The Explanatory Scope of Generalized Darwinism: Towards Criteria for Evolutionary Explanations Outside Biology (DFG & ANR), Taxonomic Disorder: A Philosophical-Taxonomic Investigation Into the Role of Values in Species Classification (FWO).
Mehr Informationen unter https://www.reydon.info/.
Philosophie und Geschichte der Ökonomik
Die Philosophie und Geschichte der Ökonomie ist ein Forschungsbereich, der methodologische, epistemische und ethische Fragen untersucht, die sich aus der Ökonomie als politikorientierter Wissenschaft ergeben. Wir befassen uns mit Fragen wie: Inwiefern sind Rational-Choice-Theorien in der Ökonomie nützlich? Was rechtfertigt den ökonomischen Imperialismus? Wie lässt sich wissenschaftlicher Fortschritt in modellbasierten Disziplinen wie der Ökonomie verstehen?
Ein weiterer Forschungsschwerpunkt liegt auf Fragen des Modelltransfers zwischen Disziplinen, welche Herausforderungen solche Transfers konfrontieren können und darauf, wie dieser Prozesse der Wissensproduktion in der Ökonomie prägt. Wie formulieren Anworten zu diesen Fragen, indem wir systematische Analysen mit historischen Fallstudien und empirischen Methoden verbinden, darunter computergestützte Verfahren ebenso wie qualitative Methoden, etwa Interviews.
Mehr Informationen unter https://catherineherfeld.weebly.com.
Modelltransfer und seine Herausforderungen in den Wissenschaften: Das Beispiel der Ökonomik
Beteiligte Personen: Murat Bakeev, Bele Wollesen, Edoardo Peruzzi, Oliver Budras
In den Wissenschaften werden Modelle zwischen verschiedenen Disziplinen übertragen. Das Lotka-Volterra Modell wird beispielsweise verwendet, um das Wachstum von Krebs in der Medizin, Konjunkturzyklen in der Ökonomik und Räuber-Beute-Interaktionen in der Biologie zu untersuchen. Wie ist das möglich? Das ERC-geförderte Projekt MODEL TRANSFER untersucht diese Art von Modelltransfers. Ziel des Projekts ist es, durch die Verbindung von Ansätzen aus der Philosophie und Wissenschaftsgeschichte mit computergestützten Methoden, die für die Philosophie selbst neu sind, eine umfassende philosophische Untersuchung dieses Phänomens, seiner Herausforderungen und seiner Bedeutung für den wissenschaftlichen Fortschritt zu leisten. Dabei fokussiert das insbesondere auf die Ökonomik.
Mehr Informationen unter https://www.model-transfer.uni-hannover.de/en/.
Technikphilosophie / Philosophie der Technologie
Forschungsthemen sind die Dynamik technologischer Entwicklung und philosophische Aspekte der Biotechnologie.
Mehr Informationen unter https://www.reydon.info/.